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Wer war Cellarius?

Andreas Cellarius (um 1596 – 1665) war Schulmeister und Kosmograph. Fast dreißig Jahre lang war er Rektor der Lateinschule in Hoorn, und dort erschien auch sein berühmtestes Werk: die Harmonia Macrocosmica, ein Himmelsatlas mit neunundzwanzig gestochenen Tafeln. Diese Website orientiert sich in ihrem Stil an ihm. Auf dieser Seite kannst du lesen, was wir über ihn wissen – und ebenso ehrlich, was wir nicht wissen: Von ihm ist kein Porträt erhalten geblieben, sein Grab ist unbekannt, und seine frühen Jahre liegen größtenteils im Dunkeln.

Tafel 6: ein rundes Schema des Weltalls nach Tycho Brahe, umgeben vom Tierkreis. Links unten und rechts unten sitzen Figuren bei Globen, Zirkeln und anderen Instrumenten vor Ruinen.

Tafel 6 der Harmonia Macrocosmica: das Weltbild von Tycho Brahe.

Planisphaerium Braheum (Tafel 6) · Andreas Cellarius, Harmonia Macrocosmica (Amsterdam, Janssonius, 1660; laut Stanford möglicherweise ein Abzug von 1708) · Stanford University Libraries, Glen McLaughlin Map Collection of California as an Island · Gemeinfrei (Public Domain Mark) · Quelle

Von Neuhausen nach Amsterdam

Cellarius wurde um 1596 in Neuhausen bei Worms geboren, als Sohn des Pfarrers Andreas Cellarius, der dort von 1596 bis 1599 wirkte. 1614 war er an der Universität Heidelberg immatrikuliert. Danach wird die Spur undeutlich. Aus seinen späteren Büchern über Polen und den Festungsbau hat man geschlossen, dass er in Polen war, vielleicht als Militäringenieur, doch dafür fehlt der archivalische Beleg.

Gesicherten Boden unter den Füßen haben wir erst 1625. In jenem Jahr heiratete er in Amsterdam Catharina Eltmans; das Heiratsregister nennt ihn als Schulmeister, dreißig Jahre alt. Das Paar hatte mindestens vier Kinder: Andreas (1626), Catharina (1628 in Amsterdam getauft) und die Söhne Johannes und Joris. In Amsterdam unterrichtete er wahrscheinlich an der Lateinschule in der Koestraat, auch wenn Archivalien dazu fehlen. Um 1630 zog er nach Den Haag, wo er an der Lateinschule im ehemaligen Agnietenklooster an der Zuilingstraat unterrichtete. Johannes und Joris wurden dort 1631 und 1635 getauft.

Rektor in Hoorn

1637 wurde Cellarius Rektor der Lateinschule in Hoorn und blieb es bis zu seinem Tod. Die Schule befand sich im ehemaligen Ceciliakloster. Hoorn war damals die Hauptstadt Westfrieslands und eine Seehandelsstadt mit einer eigenen Kammer der VOC. Später diente der Komplex als Rathaus, Amtsgericht und Polizeiwache; nur die Ceciliakapelle an der Nieuwsteeg ist erhalten geblieben. 1632 wurde in der Stadt das Statencollege fertiggestellt, das heutige Westfries Museum; dort tagten die Gecommitteerde Raden von Westfriesland und dem Noorderkwartier.

Als Rektor bereitete Cellarius Jungen auf die Universität vor. Sein Konrektor war Henrick Bruno (um 1620 – 1664), zuvor Hauslehrer von Constantijn und Christiaan Huygens. Cellarius steuerte Lobgedichte zu Brunos Hooghe-Liedt bei, was zeigt, dass die beiden einander kannten. Bruno wurde 1649 Konrektor in Hoorn; er ist in der Grote Kerk begraben.

Seine Bücher

Alles, was Cellarius veröffentlichte, erschien in seiner Hoorner Zeit. Er schrieb über den Festungsbau, in der Architectura Militaris (1645, 1656 neu aufgelegt), und über Polen, in Regni Poloniae (1659; eine niederländische Übersetzung folgte 1660). Sein Himmelsatlas, die Harmonia Macrocosmica, erschien 1660/61 bei Johannes Janssonius in Amsterdam. Der Atlas war als historische Einführung in ein zweiteiliges Werk über Kosmographie gedacht. Der zweite Teil ist nie erschienen.

Andenken

Cellarius starb 1665. Das genaue Datum ist unsicher: Oud Hoorn nennt eine Beerdigung am 21. November 1665, während Robert van Gent schreibt, er sei im Februar oder März jenes Jahres gestorben, und im November sei sein ältester Sohn Andreas beerdigt worden, in einem gemieteten Grab beim Chor der Grote Kerk. Wo Cellarius selbst liegt, wissen wir nicht.

2008 erhielt der Asteroid 12618 den Namen Cellarius. Er wurde am 24. September 1960 am Mount Palomar von Cornelis Johannes van Houten, Ingrid van Houten-Groeneveld und Tom Gehrels entdeckt.

Die Erinnerung in Hoorn

In Hoorn blieb die Erinnerung lange bescheiden. Der Verein Oud Hoorn widmete ihm 2003 Aufmerksamkeit: In der Vierteljahreszeitschrift schrieb Ton van Weel über die Forschungen von Piet Duursma. Im Februar 2004 berichtete das Noordhollands Dagblad über diese Forschungen und meldete, dass das Westfries Museum im Herbst eine Ausstellung über Cellarius zeigen werde; laut Oud Hoorn hat diese Ausstellung stattgefunden. Am Ende eines NRC-Artikels über den Atlas (28. Oktober 2006) regte Robert van Gent an, Hoorn könne Cellarius ehren, und sei es nur mit einer kleinen Grünanlage oder einem Gässchen. Oud Hoorn griff das auf und nannte das 650-jährige Bestehen Hoorns (2007) einen passenden Anlass. 2007 schrieb Christ Stoffelen in der Vierteljahreszeitschrift einen Artikel über Cellarius.

Kurz gefasst

  1. 1596Cellarius wird um dieses Jahr in Neuhausen bei Worms geboren.
  2. 1614Er wird an der Universität Heidelberg immatrikuliert.
  3. 1625Heirat mit Catharina Eltmans in Amsterdam.
  4. 1630Um dieses Jahr in Den Haag, an der Lateinschule.
  5. 1637Rektor der Lateinschule in Hoorn.
  6. 1645Architectura Militaris erscheint.
  7. 1649HoornHenrick Bruno wird Konrektor der Schule.
  8. 1659Regni Poloniae erscheint.
  9. 1660Die Harmonia Macrocosmica erscheint (1660/61).
  10. 1664HoornHenrick Bruno stirbt.
  11. 1665Cellarius stirbt.
  12. 2008Der Kleinplanet 12618 erhält den Namen Cellarius.

Was wir nicht wissen

  • Seine Jugend und die Jahre zwischen 1614 und 1625. Dass er in Polen war, ist eine Vermutung aus seinen späteren Büchern.
  • Sein ursprünglicher Name. Wikipedia nennt Keller; Robert van Gent erwähnt das nicht, daher lassen wir es offen.
  • Sein Sterbedatum und sein Grab (siehe oben).
  • Wie er aussah: Von ihm ist kein Porträt erhalten.
  • Wer die Tafeln der Harmonia Macrocosmica entworfen hat. Zehn sind vom Kupferstecher Johannes van Loon signiert; zu den anderen schweigen die Quellen.

Die Tafeln der Harmonia Macrocosmica ansehen

Quellen

Alles auf dieser Seite ist mit eigenen Worten nach diesen Quellen geschrieben: